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Minifahren im Winter
Ob man einen Mini im Winter fahren sollte, oder nicht, ist eine alte Diskussion. Das soll jedem selbst überlassen bleiben. Für uns war zunächst der Kostenfaktor ausschlaggebend. Denn einen Mini durch ein Winterauto zu schonen ist nicht immer günstig. Ein weiterer Grund ist das Platzproblem. Zwei Autos mehr zum unterstellen. Der wichtigste Grund aber ist, dass der Mini im Winter wahnsinnigen Spaß macht. Er lässt sich generell gut im Winter fahren.
Allerdings ist eine gewisse Vorbereitung des Minis von Vorteil. Gute Winterreifen sollte jedes Auto haben – klar. In der 12 Zoll Dimension sind sie bislang auch noch problemlos zu bekommen ( wenn man nicht gerade Anfang Januar auf die Idee kommt, welche kaufen zu wollen). Schneeketten stehen in 12 oder gar 10 Zoll nicht überall im Regal. Sind aber im Fachhandel oder Internet zu bekommen. Ich habe immer wenigstens ein Paar Hilfsketten dabei. Damit kann man wenigstens noch anfahren, wenn man mal feststeckt. (Foto)
Nachdem wir die Minis vom Herbstdreck befreit haben, verteilen wir unter dem ganzen Auto, in allen Hohlräumen und Falzen Mike Sander`s Fett. Auf jeden Fall solange es noch warm ist. Von Waxoyl (was auch gut „kriecht“, aber aushärtet) gibt es eine sehr praktische Handpumpe mit Flächen- und Hohlraumdüse, die einfach auf eine Waxoyl-Blechdose aufgeschraubt wird. (Foto) Erhitzt lässt sich das Zeug so gut verarbeiten und man hat das Gefummel mit Kompressor-Werkzeug nicht. Das funktioniert auch mit anderen Fetten / Wachsen. Die Pumpe gibts relativ günstig zusammen mit einer 2,5 Liter Waxoyl-Büchse im Handel. Auf freiliegende Falze, wie z.B. unter den Scheinwerfern zwischen Kotflügel und Frontmaske stecken wir Keder (alte Dichtung zerschneiden), die mit Fett gefüllt sind. (Foto) Innenkotflügel sind hier natürlich praktisch. Aber auch dahinter sollte man Fett verteilen und regelmäßig sauber machen / trocknen! Was sich schon nach wenigen Tagen bezahlt gemacht hat, war der Grill/Nummernschildumbau. Ich hatte immer das Problem, dass die Schnee-Eis-Klumpen von Lkw`s auf der Sraße in mein Nummernschild einschlugen, dass dann am Anfang dieses Winters endgültig abriss. Da das Salz auch Edelstahlteile angreift, habe ich einen Wintergrill montiert. Einfaches Lochblech (Heizungsverkleidung oder so), was den Vorteil hat, dass man hier gleich das Nummernschild anschrauben kann. Zwei Fliegen mit einer Klappe..(Foto) Hinter den Grill noch eine starke, hitzefeste Folie geschraubt. Damit werden Motor und Getriebe wesentlich schneller warm. Die Lüftungsöffnung ist auch verdeckt (Foto), dadurch gibt’s recht schnell warme Luft aus dem Motorraum auch wenn der Heizungszug auf „deep-frost“ steht (riecht allerdings etwas nach veröltem, britischem Gusseisen, was mich aber nicht stört) Allerdings kann es dann bei feuchtem "Schmuddelwetter" sein, daß sich Wegen mangelnder Zugluft etwas Wasser im Schlauch bildet und somit immer gleich feuchte Luft auf die Scheibe geblasen wird. Die beschlägt dann, was nicht wirklich toll ist. Abhilfe hat hier das "experimentieren" mit einer leichten Lüftungsöffnung gebracht, welche genügend Frischluftzirkulation zuläst, den Vorteil mit der angewärmten Luft aber nicht gänzlich verlohren gehen ließ. Ein Holzlenkrad sieht schick aus, hat aber auch noch den Vorteil, dass es bedeutend handwärmer ist, als eines mit Stahlring, egal ob Leder oder Schaumgedöns. Hilo`s sind nicht nur toll um das Auto etwas tiefer zu legen, sondern vergrößern die Bodenhöhe bei Bedarf um Einiges. Und die kann bei Schneefall auf dem Land schnell mal über den Zeitpunkt des Feierabends entscheiden.. Offene K&N-Filter habe ich wieder durch den originalen ersetzt. Mit der Ansaugluftvorwärmung springt er besser an und läuft angenehmer. Als Schmiermittel für die Türschlösser hat sich Ballistol bewährt. (auch den Drücker! Und Tankdeckel nicht vergessen ) Fest um die Türgriffe und Schlösser gewickelte Lappen helfen auch recht gut. Türdichtungen mit Hirschtalg o.ä. einschmieren, Frostschutz usw macht man bei den moderneren Autos ja auch. Zum Schluss noch was zum Öl. Das ist ja auch so eine Glaubensfrage.. Wir fahren jedenfalls im Sommer 20W50, im Winter 15W40.
Wir bitten um weitere Tips! Gute Fahrt! Torsten Wettstein und Pia Borde
Kleine Anmerkung noch von mir:
Vor dem Winter empfiehlt es sich natürlich auch alle beweglichen Teile mit geeigneten Schmiermitteln zu pflegen. Angefangen, wie bereits erwähnt bei sämtlichen Schlössern. Dabei aber auch an die eigentlichen Schlösser und nicht nur an die Betätigungen denken, also auch in der Tür fetten. Zudem alle Schaniere mit einem Kriechfett (Sprühkettenfett aus dem Motorradbedarf hat sich bewährt) behandeln, sowie die Hinterradbremsmechanik. Ich nehme hier Kupferfett, wobei bei den Umlenkrollen benutze ich ein Sprühfett. Und dann sind natürlich die üblichen Schmierstellen zu bedienen. Und nicht vergessen, den Kühlerfrostschutz zu überprüfen.
Michael Biniasz
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